5 Tage ohne Plastik – ein Selbstversuch

Uns allen ist mittlerweile klar, dass es zu viel Plastik auf dieser Welt gibt. Und natürlich gehe auch ich mit richtigen Taschen einkaufen, packe Obst in Netze und kaufe meinen Apfelsaft in der Flasche. Aber wenn ich mir am Ende der Woche die Menge Plastik anschaue, die in meinem Mülleimer gelandet ist, sind diese paar Maßnahmen Peanuts.

Plastik wird aus fossilen Rohstoffen hergestellt, meist direkt nach der Anwendung weggeworfen, braucht Hunderte Jahre, um sich zu zersetzen, und nur ca. 17 % wird davon recycelt. Der Rest wird weggeworfen oder landet illegal im Ausland auf Deponien. Der Weg ins Meer ist dann oft auch nicht mehr weit. Die Zeit verlangt daher nach einem größeren Experiment.

Mein Vorsatz: 5 Tage lang nichts aus oder in Plastik(folie) zu kaufen. Warum 5 Tage? Weil ich mich ehrlich gesagt nicht länger getraut habe. Was meine Kaufgewohnheiten angeht, gehöre ich glaube ich zum Durchschnitt. Alle Lebensmittel werden im großen Supermarkt um die Ecke gekauft, zwar viel aus dem Biosortiment, aber eben nicht aus verschiedenen Geschäften. Alles nach dem Motto: so schnell wie möglich.

Tag 1: Überall Plastik

Am ersten Tag schaue ich mich erst mal in meiner Wohnung um. Alles Plastik: von der Zahnpastatube bis zur Handyhülle.

Vor der Arbeit möchte ich mir wie gewohnt ein Brötchen und einen Kaffee holen. Ups, erste Falle: ich habe natürlich meinen Kaffeebecher vergessen. Also kein Kaffee, sondern einen Smoothie. Die gibt es ja auch in Glasflaschen. Und noch ein plötzliches Problem: Brötchentüten gibt’s nur mit Plastikfenster, war mir noch nie vorher aufgefallen. Gut, das nehme ich einfach so mit. Oje, schon eine Stunde nach Experimentbeginn fast gescheitert!

Um einen Einkauf komme ich heute noch herum, bereits gekaufte Dinge zählen ja nicht und ich kann sie, so wie sie eben verpackt sind, konsumieren. Bin aber schon gespannt auf morgen …

Tag 2: Einkaufen ohne Plastik Teil 1

Die erste Herausforderung steht an: Einkaufen im Supermarkt. Obst und Gemüse ist erst einmal kein Problem. Es wird dann zwar kein Rucola eingepackt, sondern Kopfsalat, aber das ist ja auch völlig in Ordnung. Ich kaufe mir noch ein paar Einkaufsnetze dazu, um auch die losen Möhren und Pflaumen unterzubringen. Bei der Schokolade (ja, ich geb’s zu, ich bin eine Naschkatze) wird’s schwierig. Meine Standardmarken gehen alle nicht, aber es gibt nur in Karton und Silberpapier eingewickelte Alternativen. Ungesalzene Nüsschen finde ich in der Dose (auch nicht ganz so doll, ich weiß), Joghurt und Milch im Glas. Die Tasche ist dadurch etwas schwerer als gewöhnlich, aber eigentlich ist alles völlig ok. Einige Dinge habe ich heute nicht gekauft, aber dafür habe ich für morgen einen Plan …

Tag 3: Einkaufen ohne Plastik Teil 2

Halbzeit. Und: schon ziemlich anstrengend für jemanden, der den Einkauf immer nur nebenbei regelt. So geht das leider nicht mehr. Planung ist gefragt. Und Vorbereitung. Und Verzicht: Einfach mal so eine Packung Lieblingskaugummi kaufen ist nicht mehr.

Gestern bin ich im Supermarkt an zwei Dingen gescheitert. Das erste: Couscous. Das scheint’s zumindest in meinem Supermarkt nicht ohne Plastikverpackung zu geben. Aber mir ist gestern eingefallen, dass es in meiner Nähe einen Unverpackt-Laden gibt. Und natürlich nehme ich mein Schraubglas gleich mit. Die an der Wand hängenden Behälter mit allen möglichen Teigwaren und Cerealien drin sind sehr beeindruckend. Und sehr praktisch. Den Hebel drücke ich nach unten und schon purzeln die Couscousperlen munter in mein Glas.

Noch etwas entdecke ich hier. Shampoo und Duschgel, ebenfalls in Behältern. Ich hatte mich wirklich gefragt, welche Alternativen es zu den Normalverpackungen gibt. Die werde ich später mal ausprobieren, aber die Zahnputztabletten faszinieren mich. Abends probiere ich sie gleich aus. Man soll sie in den Mund nehmen, bis sie anfangen zu schäumen, und dann normal putzen. Hm, der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig. Und schäumen tun sie auch nicht. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Zähne danach geputzt sind.

Davor bin ich aber noch einmal in den Supermarkt gegangen und habe die zweite Sache, die ich gestern nicht ohne Plastik erstehen konnte, gekauft: Käse. Ich ließ die Regale links liegen und hielt der Käseverkäuferin meine Dose hin. Die schaute kurz etwas verwirrt, aber als ich ihr von meinem Experiment erzählte, nickte sie zustimmend. Und meinen mittelalten Gouda bekam ich auch.

Also, alles in allem wieder ein erfolgreicher Tag.

Tag 4: Weitere Plastikfallen

An Tag 4 schnaufe ich erst einmal durch. Kein Lebensmittelkauf heute. Und organisiert für mein Mittagessen bin ich heute auch: Couscous mit Gemüse im Schraubglas ist eingepackt.

Nach der Arbeit gehe ich aber noch spontan in die Stadt. Einfach ein bisschen shoppen. Tatsächlich werde ich auch fündig: eine schöne kürbisfarbene Bluse und eine Strickjacke sollen es sein. Im letzten Moment fällt mir ein, nochmal aufs Label zu gucken, ob da Polyester drin ist. Uff, reine Baumwolle! An der Kasse aber wieder ein Aha-Erlebnis: Ich habe keine Tasche dabei. Die mir angebotene Plastiktüte schlage ich aus. Dann trage ich die 2 Sachen eben so nach Hause. Geht auch. Der Vorteil: ich kann den weichen Stoff so an mich schmiegen.

Tag 5 und Fazit

Die Plastikflut überall ist mir in den letzten Tagen erst wirklich aufgefallen. Auch der Inhalt meines eigenen gelben Sacks – schon wieder halbvoll von der Woche zuvor, hat mir die Augen geöffnet. Das war zu erwarten.

Aber noch etwas ist passiert, womit ich gar nicht gerechnet hatte. Ein (fast) plastikloses Leben ist auch eine schöne Achtsamkeitspraxis. Man geht nicht mehr „eben mal so“ irgendwohin und kauft irgendwas.

Es ist so ähnlich wie beim Campingurlaub, wo man allein schon dadurch, dass Wasser holen, Abwaschen und Duschen nicht mehr automatisch funktionieren und man darauf Energie verwenden muss, geerdet wird.

Diese neu gewonnene Achtsamkeit lenkt den Blick wieder mehr auf das Wesentliche und macht einem bewusst, was man eigentlich tut. Das muss man auch, nur um dafür zu sorgen, dass man seine Taschen und Behälter dann dabeihat, wenn man sie braucht.

Ich werde nicht alles, was ich in meinem Experiment kennengelernt habe, übernehmen, aber was ich mir beibehalten möchte, ist dieses neue Gefühl.

Das Interessante: Nach den ersten 2 Tagen hat mich dieses Experiment nicht gestresst, sondern eher ruhiger gemacht. Was man in seinen Einkaufswagen tut, wird plötzlich unter die Lupe genommen, nicht nur was den Plastikgehalt angeht, sondern auch, ob es einem wirklich guttut. Und das ist Lebensqualität.

Wir bei livinflow wollen genau das erreichen. Ein gesundes, achtsames, glückliches Leben für jedermann. Hier erfährst Du mehr.

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