Lamawandern – ab in die Achtsamkeit

Ob Lamawandern, Eseltrekking oder Kuhkuscheln – solche Entspannungsarten für Großstädter liegen voll im Trend. Höchste Zeit für livinflow mal auszuprobieren, was dahintersteckt.

Ich gebe zu, es waren die lustigen Geräusche, die Alpakas von sich geben, die mich zuerst entzückten. Sie lassen sich vielleicht am ehesten irgendwo zwischen Biene und Meerschweinchen einordnen. Also, mit so einem Tier wollte ich wandern gehen. Schwupps, eine Freundin angerufen, die sofort dabei war, dann die Anmeldung bei einem Lamahof im Hunsrück, festes Schuhwerk eingepackt und los ging’s.


Allein schon die Fahrt dorthin war schön. Menschengebautes wurde immer weniger, die Natur immer mehr und gerade im November auch immer bunter. In der Villa Autland wurden wir sogleich von den beiden Inhaberinnen Petra und Julia herzlich begrüßt.

Und da standen sie auch schon, die Lamas, und schienen mich genauso vorsichtig zu beäugen wie ich sie. Sobald alle Wanderer da waren, ging es nach einer kurzen Einweisung auf zur gegenseitigen Beschnupperung. Die Tiere saßen und standen im Stall, Lamas und Alpakas wild durcheinander, große Tiere, kleine Tiere, bunte Tiere, weiße Tiere, welche mit Hasenzähnen und welche mit Zottelohren. Wie gerade gelernt, näherten wir uns ihnen behutsam und berührten sie nur mit der Handrückseite am Hals. Ui, war das flauschig! Lamas und Alpakas mögen es nicht sonderlich, angefasst zu werden, aber dem Anfassdrang kann man bei dieser geballten Ladung Fluff kaum widerstehen!


Während die Tiere aufgezäumt wurden, gab es eine kleine Einführung zu Lamas und Alpakas. Beide gehören zu der Familie der Kamele, sind aber reine Zuchttiere. Sie könnten alleine nicht überleben, weil ihre Wolle wie bei Schafen immer weiterwachsen würde. Natürlich wurde auch die Frage geklärt, die alle beschäftigte: Spucken diese Tiere wirklich? Die erste Antwort war wenig beruhigend: ja. Die Erklärung, das sei ihre einzige Verteidigung gegenüber ihrem Fressfeind, dem Puma, und sie würden das nur tun, wenn sie sich wirklich bedroht fühlten, schon eher.

Immer 2 Personen bekamen ein Lama bzw. Alpaka. Geronimo heißt unser Tier, das sich, ganz im Gegensatz zu seinem Namen, als hochsensibel und leicht schreckhaft herausstellt. Ein wunderhübscher, braun getupfter Wallach mit riesigen Sylvester-Stallone-Augen und wachem Gesichtsausdruck. „Große Augen, sanftes Wesen“, denke ich. Und füge einige Meter weiter hinzu: „Und ein Sturkopf“. Denn Geronimo rührt sich nicht vom Fleck, egal wie man zieht. Er wartet auf den Rest der Mannschaft. Lamas sind Herdentiere und bewegen sich nie allzu weit von ihrer Herde weg — und schon gar nicht, wenn wildfremde Menschen an ihnen herumzerren. Eins ist also ab sofort klar: Er bestimmt das Tempo.

Und so bleibt es auch. Sich den Tieren anzupassen gehört mit zum Achtsamkeitstraining. Ca. 2 Stunden lang geht es durch Wald und Wiese, und da man auf das Lama achten muss und auch darauf, wo man hinläuft, kann man sich nicht auf viel anderes konzentrieren. Das tut gut! Laute Unterhaltungen sind auch nicht wirklich möglich, genauso wie schnelle Bewegungen, weil Geronimo dadurch erschrickt. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als zu sein und zu laufen. Schnell gewöhnt man sich an die gegenseitige Anwesenheit und wird zu einem eingespielten Team.


In der Mitte der Wanderung kommt noch eine kleine Herausforderung: die Durchquerung eines Bachs. Munter nehme ich alleine die Zügel in die Hand und wage es, die etwas glitschigen Steine, die zum anderen Ufer führen, zu betreten. Auf dem vorletzten Stein passiert es dann: Geronimo bleibt mitten im Bach stehen und fängt an zu pinkeln. Das dauert ca. 5 Minuten (!) und bringt die ganze Herde zum Halten. Andere Tiere tun es ihm anschließend nach und so wird das Warten auf sie zu einer schönen Übung loszulassen (nein, nicht die Leinen, nur innerlich) und Dinge so zu akzeptieren, wie sie gerade eben sind.

Als die Villa Autland wieder in Sicht kommt, kann keiner es fassen, dass jetzt schon alles vorbei ist. Wir waren doch gerade erst losgelaufen! Ich schaue mich um und sehe nur lachende, strahlende Gesichter um mich herum. Alle sind von der Freundlichkeit und dem gelassenen Wesen dieser Tiere beeindruckt. Einige Tiere schmiegen sich sogar an ihre menschlichen Wandergefährten oder geben ihnen ein Küsschen.


Es folgt eine Verabschiedung von den Tieren – wobei unklar ist, ob dieses Ritual eher den Tieren oder den Menschen dient, die sich jetzt von ihren Flauschebällen wieder trennen müssen. Zum Schluss gibt es noch ein leckeres, herzhaftes Frühstück, das diesmal wegen Regengefahr nicht auf der Wanderstrecke stattfinden konnte.

Die beiden Inhaberinnen erzählen noch, dass sie selbst durch eine Wanderung aufs Lama gekommen sind. Sie waren so begeistert, dass sie sich ein geeignetes Grundstück auf dem Land suchten, sich entsprechend weiterbildeten und dann mit 5 Tieren anfingen. Irgendwie kann ich mir das für mich gerade auch sehr gut vorstellen …

Aus gutem Grund ist Lama- bzw. Alpakawandern gerade sehr beliebt und Touren nicht nur in der Villa Autland, sondern auch an anderen Höfen schnell ausgebucht. Es ist dieses sich-Besinnen aufs Eigentliche, einfach mal ein paar Stunden weg von der zivilisatorischen Überlastung, die befreiend wirkt. Alles in allem also sehr zu empfehlen!

Achtsamkeit ist einer der 5 Bereiche, die livinflow in seinem ganzheitlichen Ansatz integriert. In unseren Programmen findest Du Meditationen, Atem- und andere Achtsamkeitsübungen, um wieder zu Dir zu finden. Wenn Du schon etwas in Achtsamkeit geübt bist, macht das Lamawandern umso mehr Spaß! Erfahre hier mehr.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Nur das beste
für dich

Erfolgsgeschichten und inspirierende Interviews mit den besten Trainern und Spezialisten der Branche. Fangen Sie noch heute an, Ihr Leben zu verändern!

Das könnte dich auch interessieren ...